Interviewfragen zu "Ein Hauch von Wirklichkeit"

von GOTHICPARADIES zu Martin Schindler 04.06.2004

Ein neues Mantus-Album als Doppel-CD, der erste eigene Gedichtband und die Arbeiten am nächsten Black Heaven-Werk - Martin Schindler, einer der produktivsten Workaholics der schwarzen Szene ist derzeit einmal mehr voll beschäftigt. Trotz konsequenter Verweigerung von Liveauftritten haben er und seine Schwester Thalia sich vor allem mit Mantus einen hervorragenden Namen machen und viele Anhänger gewinnen können. "Ein Hauch von Wirklichkeit" markiert nun ein erstes kleines Jubiläum, und der fünfte Longplayer der Band stand somit natürlich im Mittelpunkt meines Austauschs mit Martin.

Thorbjörn: Zuerst einmal Glückwunsch zu einem weiteren überaus gelungenen Album. Wie ist deine Meinung zum Werk kurz nach der Veröffentlichung? Siehst du es, wie bei Musikern üblich, als dein bestes oder hast du schon Selbstkritik anzumerken?
Martin: Ich denke schon, dass dieses Album als Ganzes eine sehr gelungene Veröffentlichung ist. Das ganze Drumherum hat dieses Mal zusätzlich eine hohe Bedeutung gehabt, also ein konzeptionelles Layout, das mit der kommenden Maxi/DVD-Veröffentlichung weitergeführt wird, und natürlich die Bonus CD, mit der wir uns sehr viel Mühe gegeben haben.
Rein vom technischen Standpunkt aus bin ich mit dem aktuellsten Album immer sehr zufrieden. Generell befindet man sich mit jedem neuen Album in einer Entwicklung und das spiegelt sich in allem wider. Dieses Album ist schon rockiger ausgefallen und die Gitarren stehen oft im Vordergrund. Ich arbeite zur Zeit an einigen neuen Mantus-Songs, der Sound wird noch verstärkter in diese Richtung gehen und sogar Metal Elemente beinhalten. Dass man einen endgültigen Stil jemals finden wird, ist jedoch eher unwahrscheinlich.

Thorbjörn: Direkt im ersten Song des neuen Albums willst du "wachgeküsst" werden. Gleichzeitig verfolgen dich Menschen "vom Tiefschlaf in die Wirklichkeit", ein Bild, das nicht zum ersten Mal bei Mantus auftaucht. Sind Träume eine Inspiration für dich? Wenn ja, eher positiv oder negativ in Form der beschriebenen Albträume?
Martin: Träume sind eine sehr große Inspiration in jeglicher Hinsicht. "Küss mich wach" ist der älteste Song des neuen Albums, ich habe ihn schon zu "Abschied"-Zeiten geschrieben, und der Text, also die Erinnerung und die verbundenen Gefühle, stammen auch aus der Phase. Die Szenerie dieses Traums verfolgte mich eine Zeitlang und ich musste sie irgendwie verarbeiten. Seit langem träume ich allerdings nicht mehr von Verfolgungen und ich habe einige psychische Probleme abgelegt.
Ich bin ein Mensch, der gerne schläft und gerne träumt, und das nimmt sicher auch eine große Bedeutung ein im Konflikt zwischen Realität und Scheinwelt. Ich schöpfe großteils aus mir selber, deshalb ist es eine Inspiration, aber durch die Isolation, die dadurch entsteht, ist diese Traumwelt auch negativ belastet.

Thorbjörn: Was hältst du von Menschen, die ernsthaft und intensiv Traumdeutung betreiben?
Martin: Ich finde dass sehr interessant, da unangezweifelt sehr viel Wahrheit dahinter steckt. Mit der Wissenschaft im Allgemeinen und der Psychologie, bzw. mit vielen Menschen, die diese ausüben, habe ich allerdings meine Probleme und denke, dass die ganze Sache stark überschätzt wird.

Thorbjörn: "Ein Hauch von Wirklichkeit" hat mich zuerst an die 2002er Veröffentlichung "Fremde Welten" denken lassen. Ist das ein eingeplanter Kontrast oder haben beide Werke nur "zufällig" diese Titel? Ist andererseits nicht aus deiner Sicht, soweit ich sie bislang aus deinen Aussagen kenne, sogar die Wirklichkeit die eigentliche fremde Welt?
Martin: Ja, das schon, aber es hängt doch alles zusammen und ist ein Wechselspiel der Gefühle. Auf Dauer wird es unerträglich sein, sich hinter einer Scheinwelt zu verschanzen und man wird damit nicht glücklich werden. Für mich persönlich ist der Punkt gekommen, die Tür nach draußen ein wenig weiter aufzustoßen. So gelangt mehr nach außen, aber es kommt auch mehr zurück. Alle Zeit muss einmal enden und ich möchte ein neues Kapitel aufschlagen, sowohl im künstlerischen als auch im persönlichen Sinne. Jede Veränderung ist im Moment etwas positives.

Thorbjörn: Eine auffällige Parallele zum dritten Album sehe ich auf jeden Fall darin, dass diesmal wieder die Themen dabei sind, die letztes Jahr komplett fehlten: Armut, Krieg und Kindesmissbrauch suchte man auf "Weg ins Paradies" vergebens. Gleichzeitig empfand ich "Weg..." dadurch emotional als intensiver. Du schreibst die Lieder und wirst mir deshalb kaum zustimmen können, aber mir erscheint es, als seien solche weltlichen Dinge Fremdkörper im romantischen Mantus-Kosmos? Deine Art zu dichten zum Beispiel passt überhaupt nicht zu Vorgängen, wie du sie in "Mord im Mondschein" beschrieben hast.
Martin: Wie schon erwähnt, wird sich da einiges ändern. Lange Zeit habe ich sehr abstrakt getextet und das mache ich immer noch sehr gerne, das führt aber leider auch immer zu Missverständnissen; es wird zu viel in Texte hineininterpretiert, das nicht in meinem Sinne ist. Romantisch waren wir schon immer, aber man darf auch nicht einseitig werden in der Ausdrucksweise. Für viele Leute heißt romantisch auch, dass man den Rest der Welt verleugnet, und da bin ich ganz anderer Meinung. Es liegt auch an uns, die Welt so zu gestalten, wie wir sie haben wollen, und ich werde meinen Teil dazu beitragen. Man kann einen Song wie "Pathos" schreiben und es bleibt Platz für Interpretation, die Ausdrucksweise ist sehr lyrisch, man kann aber auch konkret werden und über soziale Missstände und diese Gesellschaft texten, für mich kommt letztendlich das Gleiche raus und ich hoffe, dass sich auch die Hörer darauf einlassen können und wollen.

Thorbjörn: Im Titelstück genügt ein Hauch von Wirklichkeit, dir Furcht einzujagen. Wie lässt sich das in Bezug auf das Alltagsleben verstehen? Texte wie die zu "Ein Hauch..." oder "Dein Feind" lassen vermuten, dass du zu den Menschen gehörst, die allein durch das Anschauen einer Nachrichtensendung stark mitgenommen werden.
Martin: Gerade der Titelsong gibt ein sehr allgemeines Bild ab von meinem Verhältnis zu dieser Welt, den Menschen und diesem Land. Die Textzeile lautet "...bläst Hass und Furcht mir ins Gesicht", und das ist der Kern des Ganzen und Grundlage vieler Texte.
Bei Nachrichten, Berichterstattung und unserem ganzen Medienapparat muss man schon sehr differenzieren, um sich ein richtiges Bild machen zu können. Die Manipulation lauert an allen Ecken und ich zweifle lieber einmal zuviel, als vorschnell etwas zu glauben. Diesbezüglich lässt mich das also eher kalt.
Es stimmt allerdings, dass ich auf äußere Reize stark reagiere, und so können mich Filme oder Musik sehr mitnehmen. Aber das ist eine Eigenschaft, die ich nicht missen möchte.

Thorbjörn: Stichwort "Dein Feind" - es ist tatsächlich ein Phänomen, dass so ziemlich jeder Musiker, den ich über die letzten Monate interviewt habe, mindestens einen Song zu diesem Thema aufgenommen hat. Wie siehst du es, steckt Kalkül dahinter oder kommt da zum Vorschein, dass trotz aller Individualität Künstler letztlich doch alle ihre Umwelt reflektieren und sich einem Ereignis wie dem Irak-Krieg nicht verschließen können?
Martin: Ich finde es sehr positiv, dass sich gerade Künstler diesen Sachen nicht verschließen. Es geht uns alle etwas an, nicht zuletzt, da wir selbst davon betroffen sind und einfach Stellung beziehen müssen. Mir war es wichtig, mich von den Amerikanern und einer ganzen imperialistischen Politik abzugrenzen.

Thorbjörn: "Stumme Schreie" greift ebenfalls ein Thema auf, dass einem innerhalb der Szene in den letzten Monaten häufiger begegnet: Terminal Choice, Umbra Et Imago, Staubkind, Subway To Sally, so einige Bands haben sich an den Kindesmissbrauch herangewagt. Ein heikles Thema, das Mantus meiner Meinung nach nicht gut umgesetzt haben. Für mich der einzige Tiefpunkt des neuen Albums. Denkst du, "Stumme Schreie" wird den Dimensionen, in die es vorstoßen will, textlich und musikalisch auch nur annähernd gerecht?
Martin: Natürlich.  (Ich liebe solche Antworten - Anm. d. Verf.)

Thorbjörn: Beim Blick auf die Texte fällt auf, dass diese heuer kindlicher klingen als je zuvor. Den albernen Begriff "Klischee" möchte ich gar nicht bemühen, aber "Sehnsucht" und "Blatt im Wind" strahlen eine Verzweiflung und einen Trotz aus, wie er zumeist im Laufe des Erwachsenwerdens verloren geht. Ist es wichtig, sich die Fähigkeit zu solch Kindlichem zu bewahren?
Martin: In den letzten paar Interviews die ich gegeben habe, wurde der Begriff "Klischee" nicht mehr verwendet und ich war auch sehr froh darüber, dass unsere Musik anscheinend besser verstanden wird. Im übrigen weiß ich gar nicht so recht von welchem Klischee eigentlich gesprochen wird, wenn man Wörter wie "Liebe", "Schmerz" oder "Tod" verwendet.... na, herzlichen Glückwunsch.
Die beiden angesprochenen Songs sind sehr gefühlvoll und Thalia hat ihre spezielle Art, diese Themen umzusetzen. Gerade bei "Blatt im Wind" konnte sie ihre Stärke ausspielen, denn es ist aus der Sicht eines jungen Mädchens geschrieben. "Sehnsucht" ist eher ein moderner Song, der übrigens nicht in erster Linie von der Liebe handelt, sondern vom Verhältnis zum Leben allgemein.

Thorbjörn: Bei anderen Musikern lässt sich mitverfolgen, wie sie sich - auch durch das, was sie schaffen - nach und nach besser fühlen, blickt man auf die Mantus-Werke, so kommt einem eher der beängstigende Gedanke, dass sich für dich nichts ändert, dass Negativität und die genannte Verzweiflung präsenter sind als früher? Läufst du Gefahr, irgendwann zu resignieren und dich ständig zu wiederholen?
Martin: Ganz so schlimm ist es dann auch wieder nicht. Ich habe meinen bestimmten Stil, in dem ich schreibe und wie ich mich ausdrücken will. Es fällt mir leichter, von Dingen zu schreiben, die mich belasten, als von solchen, die mich glücklich machen, denn oft gewinnen Songs so an Tiefe und an Tragik. Bei mir persönlich hat sich schon einiges zum Positiven verändert, andererseits gibt es immer noch viele Sachen, die in mir verwurzelt sind und die ich nicht einfach ablegen kann, weil sie Teil meines Charakters sind.

Thorbjörn: Ich weiß nicht, ob du einen favorisierten Song hast, meiner ist "Dunkler Engel". Hinter dem Titel vermutete ich nicht viel, doch er entpuppt sich letztlich als echte Hymne mit dem Kernsatz "Vielleicht bleib ich für mich in dieser Welt allein". Ist das eine reale Angst deinerseits? Fühlst du dich teilweise zu fremd, um jemals (!) zu irgendjemandem zu gehören?
Martin:
Ich habe natürlich keinen favorisierten Song da ich sie ja alle geschrieben habe.
Zum Teil ist es eine reale Angst von mir. Ich denke dass jeder Mensch letztendlich für sich alleine ist, alles andere ist bloß romantische Vorstellung, die natürlich durchaus real erscheinen kann. Ich glaube an die Liebe und denke, dass jeder Mensch seinen Seelenpartner für sich finden kann. "Dunkler Engel" spiegelt halt die Angst wider, wie sie sicher fast jeder einmal durchlebt hat, sei es nach einer Trennung oder einfach so in stillen Stunden.

Thorbjörn: Denkst du, es ist möglich, je von einem anderen Menschen vollkommen verstanden zu werden?
Martin: Nein, nicht wirklich. Wenn man allerdings verstanden werden will, dann wird es auch so sein. 
(Äh... - Anm. d. Verf.)

Thorbjörn: Deine Schwester singt die Hälfte der Texte in beiden deiner Projekte. Ist das Arbeiten mit einem Familienmitglied einfacher oder komplizierter als mit einem anderen Mitmusiker? Könntest du dir vorstellen, jemand anderen singen zu lassen, solltest du jemanden finden, der/die es besser kann, oder würdest du immer Gefühl über Perfektion stellen?
Martin: Im Moment mache ich zwei aktive Projekte, Mantus und Black Heaven. Es gab zwischendurch einige weitere Projekte, bei denen ich mit anderen Sängerinnen zusammengearbeitet habe, habe also auch einige Erfahrungen darin gesammelt. Im Moment ruhen diese Projekte, da ich zur Zeit mit Mantus und Black Heaven ausgelastet bin. Als ich für diese Projekte auf der Suche nach geeigneten Sängerinnen war, habe ich gemerkt, wie schwierig es ist, Partner zu finden, mit denen man gut arbeiten kann und mit denen man sich wirklich gut versteht. Und ich habe es sehr zu schätzen gelernt, mit meiner Schwester als Sängerin zu arbeiten. Sie hat eine sehr gute Stimme, ist sehr umgänglich und mit den Jahren weiß man natürlich genau, wie man die Dinge angehen muss. Ich schreibe Songs gezielt für ihre Stimme und die Ergebnisse sind immer sehr zufriedenstellend.

Thorbjörn: Bei aller Ernsthaftigkeit, gibt es eine Seite an dir, die manchmal herzhaft über sich selbst lacht und sich sagt: "Mann, über was für einen Mist habe ich mir da eigentlich Gedanken gemacht"?
Martin:
Bei der Musik oder bei der Lyrik gibt es diese Momente eher selten, obwohl ich natürlich auch Songs mache, die ich im Nachhinein als grottenschlecht ansehe, und bei denen ich mich wirklich frage, was ich da verzapft habe. Diese Sachen werden zum Glück nie veröffentlicht.
Ich habe diese Momente, wenn ich auf die Jahre zurückschaue. Vieles habe ich früher sehr verbissen gesehen und heute frage ich mich, ob das nötig war. Bereuen tue ich Dinge allerdings eher selten, denn zu ihrer Zeit hatten auch diese Dinge ihre Berechtigung.

Thorbjörn: Nachdem es eine Doppel- CD- Edition mit wirklich schönen Piano-Versionen gab, wird bald auch die erste Mantus- Single inklusive DVD erscheinen. Zu welchen Liedern habt ihr Videos gedreht und was wird sonst noch auf der Scheibe enthalten sein?
Martin: Auf der kommenden Maxi/DVD befinden sich drei Versionen des Titelstückes "Keine Liebe", darunter die Pianoversion und ein Remix von Samsas Traum, und zwei weitere exklusive Mantus-Stücke. Auf der DVD befinden sich Videos zu vier Songs, neue wie ältere, "Keine Liebe", "Scherben", "Tanz der Sinne" und "Wir warten auf den Tod". Wir haben diese DVD in Eigenregie hergestellt, da für ein solches Vorhaben im großen Stile keine Mittel bereitgestellt wurden. Die Videos sind so sehr "trashig", mit einem persönlichen Flair, der bei teuren Videoproduktionen fehlt. Es wurde mit Handkameras gefilmt, die Drehorte befanden sich unmittelbar in unserer Umgebung, es gab kein Set und keine Drehbücher und geschnitten habe ich es selbst in meinem Studio. Ingo Römling war auch bei der Menügestaltung einbezogen und hat das Artwork für das Digipak gemacht. Zusätzlich haben wir noch ein "Making of" mit draufgepackt, weil solche Szenen immer sehr interessant auf einer DVD sind, wie ich finde. Diese Veröffentlichung wird für Fans sehr interessant sein, weil sie wirklich sehr persönlich ist und es etwas in solch einer Form nicht mehr geben wird. Wir treten im Moment nicht live auf, da ist es für die Leute vielleicht ganz interessant, uns mal in natura zu sehen.

Thorbjörn: Zur Gestaltung der CD - besteht nicht langsam die Gefahr, dass Ingo Römling mit den vielen Artworks irgendwann so ausgelutscht erscheint wie Andreas Marschall im Metal- Bereich? Er entwirft ja inzwischen 50% der Trisol-Verpackungen, könnte man meinen.
Martin: Soweit ich weiß, arbeitet Trisol noch nicht so lange mit Ingo zusammen, aber das waren natürlich auch nicht die Kriterien, wonach wir uns entschieden haben, mit ihm zu arbeiten. Er macht einfach fantastische Layouts und versteht es, genau das umzusetzen, was man auch haben will. Zudem ist er sehr vielseitig und ein netter Mensch.

Thorbjörn: Außerdem angedacht ist ein Gedichtband. Es besteht ein eindeutiger Unterschied zwischen Songtexten und Schreiblyrik. Werden deine Texte ohne Musik bestehen können?
Martin:
Der Gedichtband "Sehnsucht schweigt" wurde am 24.05. veröffentlicht und ist außerdem noch in einer Limited Edition erschienen, in einer Box mit Poster und einigen Extras.
Lyrik ist eine ganz andere Liga als Songtexte. Ich schreibe seit mittlerweile 12 Jahren, überwiegend Lyrik, aber auch Erzählungen, Romane und Improvisationen. Die Lyrik in diesem Gedichtband ist eine Zusammenstellung vieler Texte aus verschiedenen Zeiträumen und wird sicherlich viele Leute überraschen, die bisher nur meine Songtexte kannten. Ohne Musik ist man nirgendwo eingebunden, man schreibt frei heraus, es gibt keine Zwänge und man kann Gefühle unverfälscht vermitteln. Dies wird mit Sicherheit nicht mein letztes Buch gewesen sein.

Thorbjörn: Hast du lyrische Vorbilder oder kannst Dichter nennen, die du bewunderst?
Martin:
Er gibt einige Schriftsteller die ich bewundere, Goethe, Trakl, Nietzsche..... einige.

Thorbjörn: Wie steht es mit Black Heaven? Wann dürfen wir mit der nächsten Veröffentlichung rechnen, erfahrungsgemäß lässt die ja nie lange auf sich warten?
Martin: Die Arbeiten zum neuen Black Heaven-Album sind vor einigen Wochen abgeschlossen worden. Das Album wird "Trugbild" heißen und erscheint als limitierte Edition mit einer Bonus CD, die mit "Black Heaven feat. Mantus" betitelt ist, es gibt also einige Versionen von Mantus-Songs, die elektronisch neu instrumentiert und bearbeitet wurden. Ein Veröffentlichungstermin steht noch nicht fest, ich denke so in zirka drei Monaten wird sie erscheinen. Besonders auffällig an diesem Release ist, dass die Texte durchgehend in deutscher Sprache gehalten worden sind, und auch die Musik hat sich ein wenig entwickelt.

Thorbjörn: Kommentiere zum Schluss doch bitte die folgenden Zitate:
"Kinder und Verrückte fürchten den Tod nicht!" - David A. Line

Martin:
Es gibt eine existentielle Angst vor dem Tod, die uns von Geburt an mitgegeben wird. Nur ein Wahnsinniger vermag das zu verdrängen. Kinder mögen zwar unvorbelastet sein, aber bestimmt nicht ohne Angst.

Thorbjörn: "Wenn man lebt, passiert nichts. Die Szenerie wechselt, Leute kommen und gehen, das ist alles. Es gibt nie Anfänge. Ein Tag folgt dem anderen, ohne Sinn und Verstand, ein unaufhörliches, eintöniges Aneinanderreihen." - Jean-Paul Sartre
Martin:
Es hatte schon seinen Grund, warum die Existentialisten sich in schwarz gekleidet haben.

Thorbjörn: "Es gibt keine Kindheit, keine Jugend, kein Alter. Es gibt nur die Jahre, in denen wir an die endgültigen Antworten glauben und dafür kämpfen, und die Jahre, in denen wir einzusehen versuchen, dass wir immer mit den Fragen leben müssen." - aus "Von der Liebe und..." von Peter Hoeg
Martin: Wer ist denn Peter Hoeg?  (Peter Hoeg ist ein vor allem dank "Fräulein Smillas Gespür für Schnee" recht bekannter Schriftsteller - Anm. d. Verf.) Es gibt verschiedenen Dekaden im Leben eines Menschen und mit dem Alter verändern sich die Fragen. Man darf nur nicht davon ausgehen dass es etwas endgültiges geben kann. Mir ist diese Aussage zu verallgemeinert.

Thorbjörn: Vielen herzlichen Dank für deine Zeit und dafür, dass du all diese Fragen beantwortet hast. Ich wünsche weiterhin alles Gute. Irgendwas, was du noch sagen möchtest?
Martin:
Nein. Vielen Dank.